Um den maximalen Abbildungsmaßstab eines Objektivs zu berechnen, fotografiert man auf verschiedenen Brennweiten und stellt das Ergebnis ins Verhältnis zur Größe des Bildsensors.

Klingt komplizierter als es ist!

Für die Makrofotografie ist es manchmal interessant den Abbildungsfaktor zu wissen. Nachfolgend werde ich erklären, wie ihr dies ganz einfach selbst ausrechnen könnt.

Angeregt für diesen Artikel hat mich “JürgenHugo” auf dem Querblog.
Ich hatte ein Makrofoto mit dem Umkehrring aufgenommen und war an der Größe meines maximalen Abbildungsmaßstabes interessiert.
-> Nochmals danke für den Tipp;)

Dann gehts mal los.

 

1. Größe des Bildsensors herausfinden

Als erstes brauchst du die Größe des verbauten Bildsensors in deiner Kamera.
Als Beispiel nehme ich hier den CMOS-Sensor meiner Canon 40D mit einer Breite von: 22,2mm und einer Höhe von: 14,8mm.

 

2. Zwei Testbilder machen

  1. Nimm dir ein Lineal zur Hand und fotografiere dies ungefähr so, dass die Null am linken Bildrand liegt.
  2. Geh so nah mit der Kamera ans Lineal wie es die Schärfe gerade noch zulässt.

 

2.1 – Das erste Bild machst du mit der maximalen Brennweite deines Objektives.

Bei mir waren es mit dem Canon EF-S Objektiv 55mm Brennweite.
Auf dem Lineal konnte ich damit ungefähr eine Breite von 20mm fotografieren:
(Beachtet, dass ich hier den Umkehrring benutzt habe und somit eine weitaus höhere Vergrößerung erziele.)20mm

Notiz:

  • 55mm: 20mm (formatfüllend)

 

2.2 – Das zweite Bild mit der kleinsten Brennweite

Das sind bei mir 18mm. Hier sieht man schon die imense Vergrößerung durch den Umkehrring.
Auf dem Bild habe ich einen Ausschnitt von ca. 5mm.

5mm

Notiz:

  • 18mm: 5mm (formatfüllend)

 

3. Abbildungsmaßstab ausrechnen

Der Abbildungsmaßstab ist das Verhältnis zwischen der realen Größe eines Objektes und der Größe dieses Objektes auf dem Bildsensor.

brennweite-abbildung

(Ja, die Grafik ist nicht die tollste, aber ich hab meinen Tablet-PC leider verkauft…)

Hier sieht man die Verhältnisse ganz gut.

- Ein Abbildungsmaßstab von 1:1 sagt aus, dass der Gegenstand und seine Abbildung gleich groß sind
- Ein Abbildungsmaßstab von 1:2 sagt aus, dass der Gegenstand doppelt so groß ist wie seine Abbildung
- Ein Abbildungsmaßstab von 2:1 sagt aus, dass die Abbildung doppelt so groß ist wie der Gegenstand.

Da in meinem Beispiel die Abbildungen immer größer als der Gegenstand waren, wirkt mein Objektiv wie eine Lupe und hat einen Abbildungsmaßstab x von x:1.

 

1. Abbildungsmaßstab bei 55mm:

Bei 55mm hatte ich eine maximale Darstellungsbreite von 20mm.
Da der Bildsensor eine Breite von 22,2mm aufweist, folgt der Abbildungsmaßstab diesem Verhältnis:

22.2/20 mm/mm = 1,11

Bei 55mm Brennweite habe ich also einen Abbildungsmaßstab von 1:1.

 

2. Abbildungsmaßstab bei 18mm:

Bei 18mm Brennweite hatte ich eine maximale Abbildungsbreite von 5mm.
Mit der Breite des Bildsensors ergibt sich folgendes Verhältnis:

22.2/5 mm/mm = 4,44

Bei 18mm Brennweite ist mein Abbildungsmaßstab maximal – mit ca 4,45:1.

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ÜBER DEN AUTOR

Roman

PG Hey, willkommen auf meinem Blog! Ich bin 24 Jahre alt und studiere Fahrzeug und Flugzeugtechnik an der FH München. In meiner Freizeit betreibe ich diesen Blog und gehe gerne fotografieren. Um mehr über mich und diese Seite zu erfahren, oder Kontakt mit mir aufzunehmen, habe ich die "About-Seite" eingerichtet. Viele Grüße