Lässt sich soetwas in Worte fassen? Kurios, makaber, Verachtung der Menschenrechte? Schwierig zu beantworten.

China und Organhandel hört man mittlerweile des Öfteren in einem Satz. Doch ich konnte die abnormalen Geschichten nicht immer glauben. Bis ich mal etwas recherchiert habe.
Das gibt es anscheinend wirklich – Organe werden in China toten Gefangenen entnommen und landen auf einem (mehr oder weniger) organisierten Schwarzmarkt für Organhandel. Die Kunden sind meist reiche Japaner und Chinesen, mittlerweile fliegen jedoch auch vermehrt Kunden aus westlichen Gegenden ein, um sich in einer Klinik die fremden Organe einpflanzen zu lassen.

Anscheinend erkennt man vereinzelt sogar Werbung für eine Niere, oder eine Leber in den Treppenhäusern der Krankenhäuser, in denen Unbekannte Organe anbieten. Die Krankenhausverwaltung hat alle Hände zu tun, um diese höchst kuriosen “Anzeigen” und Handynummern wieder zu entfernen.

Das Geschäft mit den Hingerichteten
Es ist ein blutiges Geschäft: In China floriert einem Zeitungsbericht zufolge das Geschäft mit den Organen hingerichteter Gefangener. Käufer sind meist ebenso kranke wie wohlhabende Japaner. Gewissensbisse haben die wenigsten von ihnen.

Als Kenichiro Hokamuras Niere versagte, da hatte er die Wahl: Wollte er auf ein passendes Spenderorgan warten oder es selber suchen? Die Fakten sprachen für sich: Gerade mal 40 menschliche Organe sind laut der britischen Zeitung “The Independent” in Japan in den vergangenen neun Jahren gespendet worden. Etwa hundert Menschen hätten aber allein in Hokamuras Präfektur auf der Warteliste gestanden. “Ich wäre gestorben, bevor ich einen Spender gefunden hätte”, zitiert das Blatt Hokamura. Also machte sich der 62-jährige Geschäftsmann lieber auf eigene Faust auf die Suche und stieß im Internet auf einen japanischen Zwischenhändler für Organe – mit Sitz in China.

Zehn Tage und nur 6,8 Millionen Yen – umgerechnet 48.000 Euro – später lag Hokamura auf einem Operationstisch in Shanghai und bekam seine neue Niere. “Es ging so schnell, dass es mir schon Angst machte”, sagt der Japaner. Sein Übersetzer verriet ihm, wem er das neue Organ verdankte: einem jungen Mann, der kurz zuvor als Verbrecher hingerichtet worden war. Gewissensbisse hat Hokamura deshalb nicht – auch wenn der Organhandel in China gesetzlich verboten ist: “Der Spender konnte einen Beitrag für die Gesellschaft leisten – was soll daran falsch sein?”

Längst ist der Nierenempfänger kein Einzelfall mehr. Dem “Independent” zufolge hat ein einziger Zwischenhändler in China seit 2004 mehr als hundert Japanern ein neues Transplantat verschafft. Dabei sind Transplantationen offiziell im Reich der Mitte nur erlaubt, wenn Spender und Empfänger beweisen können, dass sie durch Ehe oder Verwandtschaft miteinander verbunden sind.

Doch das Geschäft boomt trotz der Illegalität weiter. Inzwischen haben auch Chinas Krankenhaus-Betreiber begriffen, wie viel Geld sich mit Nieren, Lebern und anderen Innereien verdienen lässt. Dem Zeitungsbericht zufolge bringt eine Niere mehr als 47.000 und eine Leber sogar mehr als 127.000 Euro.

Nach Angaben des “Independent” prangen mittlerweile auf zahlreichen Klinikmauern im ganzen Land verräterische Schriftzüge: eine Handy-Nummer und das Wort “Niere”. Solche Werbeanzeigen finden sich nicht nur in kleinen und eventuell dubioseren Privatkliniken, sondern in Form von Werbezetteln und Wandschriften auch in renommierten Einrichtungen. “Wir müssen diese Nachrichten immer wieder wegwischen”, berichtet Ding Quiang, Professor für Urologie am Huashan-Krankenhaus in Shanghai. “Diese Leute besuchen sogar die Ärzte, rufen ständig an oder schreiben immer wieder Werbebriefe.” Bei solchen Organangeboten handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um verbotenen Organhandel, sagt der Mediziner.

Woher die Kliniken ihre äußerst billigen Transplantate beziehen, ist oft undurchsichtig. Und die Patienten stellen nur selten Fragen. Doch nach Informationen des “Independent” werden die meisten Organe Hingerichteten entnommen und preisgünstig an die Hospitäler weiterverkauft. Diese Quelle scheint gerade in China schier unerschöpflich: Schätzungen zufolge werden jedes Jahr rund 8000 Menschen hingerichtet, so viele wie nirgendwo sonst. Wer die Organe der Exekutierten “erntet”, darüber herrscht allerdings noch Rätselraten.

Nach Angaben des “Indepent” hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Nieren- oder Leberkranke ihre Rettung vor dem Tod in China finden können. Im benachbarten Japan finden sich dagegen kaum Spendewillige, weil eine Organentnahme nach allgemeiner Überzeugung dem Körper seine Perfektion nehme. Daher steigen immer mehr Kranke in den Flieger nach China, um sich dort operieren lassen. Die Regierungen beider Länder zeigen sich bislang nicht im Stande, dem wachsenden Organtourismus und -handel Einhalt zu gebieten.

Hokamuras Fall hat mit dazu beigetragen, dass bei seinen Landsleuten das Interesse für ein Organ aus China wächst: Aus Freude über seine Genesung entschloss sich die Familie des Geschäftsmanns, ihre Erfahrungen mit den chinesischen Transplantationen in einem Internet-Blog zu veröffentlichen. Es tue ihr leid um all die Menschen, die jahrelang auf ein Spenderorgan warten müssten, schrieb dort Hokamuras Tochter – und hängte ihrer Nachricht einen Link zu einem Organhändler in Shanghai an.

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Quelle: Spiegel Online

Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass ich natürlich in keinster Weise diesen illegalen Organhandel unterstütze, auch nicht als sinnvoll oder angebracht betrachte.
Ich möchte hier auch keine Kommentare in denen Leute ihre Organe anbieten!!

Eine Diskussion ist natürlich erwünscht =)

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ÜBER DEN AUTOR

Roman

PG Hey, willkommen auf meinem Blog! Ich bin 24 Jahre alt und studiere Fahrzeug und Flugzeugtechnik an der FH München. In meiner Freizeit betreibe ich diesen Blog und gehe gerne fotografieren. Um mehr über mich und diese Seite zu erfahren, oder Kontakt mit mir aufzunehmen, habe ich die "About-Seite" eingerichtet. Viele Grüße