Heute habe ich mal wieder einem Spaziergang durch den Englischen Garten gemacht, natürlich in Begleitung meiner Kamera. Dort findet man neben vielen Hunden auch Gänse, Enten, Bleßhühner und Schwäne.
Gerade in Großstädten sind die Tiere recht zutraulich und kommen sogar ans Ufer geschwommen, wenn man sich ihnen nähert. Aus diesem Grund sind es wohl die am häufigsten fotografierten Tiere.
Und deshalb gibt es an dieser Stelle einige Tips, damit ihr beim nächsten Spaziergang noch tollere Bilder der Tiere machen könnt!

1. Anschleichen

Das sollte ja eigentlich klar sein, wenn man schnell auf die Tiere zu geht, schrecken sie auf und laufen in die andere Richtung davon. Zu fotografieren bekommt man dann höchstens das Hinterteil und das ist bei Enten irgendwie nicht so interessant ;)

Ente am Ufer

Zum Anschleichen gehört nicht nur langsames und geräuscharmes Gehen, sondern auch eine Reduktion der Körpergröße, weil diese auf die Tiere ebenfalls abschreckend wirkt.

Geht beim Anschleichen also in die Hocke und nehmt euch Zeit. Beobachtet das Tier, schaut wie es reagiert. Viele Gänse schlafen mit ihren Köpfen im Gefieder und haben die Augen geschlossen. Wenn sie euch entdeckt haben und das Auge öffnen, einfach stehenbleiben und warten bis die Gans das Auge wieder schließt. In dem Fall könnt ihr wieder einige Schritte nach vorne unternehmen.

schlafende Gans

Nehmt euch Zeit um an die Tiere nah genug heranzukommen. Die Tiere dürfen euch nicht als Gefahr sehen, bewegt euch also nicht hektisch und macht gleichmäßige Bewegungen. Das sieht vielleicht doof aus, bringt aber unglaublich viel!

2. Perspektive

Merke:
- Augenhöhe
- interessante/außergewöhnliche
Perspektive
- nicht “von oben”
- goldener Schnitt

Fotografie sollte auch etwas kunstvolles sein und somit spielt die richtige Perspektive eine wesentliche Rolle. Die Perspektive setzt die Motive in Szene. Dadurch übermittelt ein Foto seine Wirkung auf den Betrachter. Durch die richtige Perspektive kann das Tier in seiner natürlichen Umgebung dargestellt werden.
Über dieses Thema werden ganze Bücher verfasst, hier also einige Tips in Kurzform.

Versucht die Enten, Gänse oder Schwäne auf Augenhöhe zu fotografieren. Meistens reicht es schon vor den Tieren in die Hocke zu gehen, außerdem könnt ihr euch somit auch besser anschleichen.

Wenn Enten “von oben” aufgenommen werden, fehlt der Bezug zu dem Tier. Das Bild bekommt dann schnell eine dokumentarische Wirkung, die eigentlich nicht erwünscht ist.

So nicht:

Hier also ein Beispiel, bei dem ich die Ente zu weit “von oben” fotografiert habe. Eigentlich ist das Motiv ganz gut, die Ente hat ihre Augen zu und lässt sich entspannt auf dem Wasser treiben, sie hat mich anscheinend nicht als Störfaktor gesehen.

Leider verliert das Motiv viel an seiner Wirkung, weil die Perspektive nicht richtig gewählt ist.

 

2.1 Augenhöhe einhalten

Um diesem Problem entgegen zu wirken, hielt ich meine Kamera knapp über die Wasseroberfläche und habe mit dem Teleobjektiv die Ente angepeilt. Mit ein bisschen Glück und Übung verewigt man das Motiv in der richtigen Position und freut sich über ein durchaus natürliches Portrait einer Ente.

Ente auf Augenhöhe

Ente Portrait

 

2.2 Wage außergewöhnliche und interessante Perspektiven!

Es entstehen schnell außergewöhnliche Bilder, wenn die Perspektive von der alltäglichen Betrachtung abweicht. Versucht mal einem Schwan durch die Beine zu fotografieren, oder sein aufgebauschtes Gefieder als Rahmen zu benutzen.

Hier ist die Sicht sehr bodennah und offenbart eine interessante Perspektive des Tieres von unten. Es kommen die großen Füße zum Ausdruck und zeigt das Bleßhuhn beim Fressen.

Bleßhuhn frisst

 

ein Bleßhuhn und die Einsamkeit

 

3.Fokus

Merke:
- Bewegung mit “AF SERVO”
- Fokus auf Augen
- AF Punkte definieren

Meistens fokussiert man automatisch, weil die Tiere sich schnell bewegen und man manuell kaum so akurat trifft wie die Automatik.
Trotzdem gilt es hier einiges zu beachten.

Möchte man die Tiere in ihren Bewegungen fotografieren, sollte “AF SERVO” anstatt “ONE SHOT” eingestellt sein. Nun zieht die Kamera den Fokusbereich mit dem sich bewegenden Motiv nach und behält das Motiv stets scharf. Dann muss nur noch im richtigen Moment abgedrückt werden ;)

Bleßhuhn

Außerdem sollte man versuchen die Augen des Tieres im Fokus zu halten. Mit der Automatik ist das wohl eher ein Glücksfall.
Auch falls sich das Tier gerade nicht bewegt, ist man durch manuelles Fokussieren nicht unbedingt im Vorteil! Bei vielen Kameras lassen sich die AF Punkte seperat auswählen, mit diesen lassen sich wunderbar die Augen des Tieres anvisieren.

Bei meiner Canon 1D habe ich zB den Center-AF Punkt auf eine Taste gelegt und kann sofort stark in die Automatik eingreifen. In Verbindung mit der “AF SERVO” Einstellung, ermöglicht das mir permanent den Fokuspunkt auf die Augen des Tieres zu richten.

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ÜBER DEN AUTOR

Roman

PG Hey, willkommen auf meinem Blog! Ich bin 24 Jahre alt und studiere Fahrzeug und Flugzeugtechnik an der FH München. In meiner Freizeit betreibe ich diesen Blog und gehe gerne fotografieren. Um mehr über mich und diese Seite zu erfahren, oder Kontakt mit mir aufzunehmen, habe ich die "About-Seite" eingerichtet. Viele Grüße