Kleine Tipps für die Fotografie bei Schnee

Endlich habe ich in meiner neuen Wohnung Internet bekommen!
Da möchte ich euch natürlich nicht warten lassen und werde sofort einige meiner Bilder hochladen. Dieser Winter hat bekanntlich mit Schnee nicht gegeizt und ich habe die Kälte nicht gescheut – beides Vorraussetzungen für diese Bilderserie.

Fotografie im Schnee ist eine Herausforderung, das Licht scheint nicht nur von oben, sondern wird durch die weiße Schneedecke gespiegelt und hellt die Motive von unten auf. Die Kamera kann hier schnell mal die ganze Szene unterbelichten, dann erscheint der Schnee nicht mehr richtig weiß auf den Bildern.
Also vor dem Fotografieren unbedingt einen manuellen Weißabgleich machen und die Belichtung um +1 Blendenstufen korrigieren. Somit erscheint der Schnee hell und weiß.

Desweiteren ist es meistens schwierig, die Gesamtstimmung einer beschneiten Landschaft in einem Bild umzusetzen. Wenn ihr spazieren geht, dann fragt euch selbst, was das Besondere an dieser schönen Szene ist. Auf was achtet ihr in dem Moment am meisten? Was charakterisiert diese Landschaft, oder dieses Gefühl das ihr in dem Moment verspürt.
Solltet ihr das herausfinden, dann habt ihr euer Motiv gefunden. Gerade diese Selbstfindung finde ich an der Fotografie so interessant.

Morgens und abends liegt die verschneite Landschaft oft unter einer dicken Schneedecke. Falls man sich zu der Tageszeit überreden kann vor die Tür zu gehen und die Kälte erträgt, kann man wunderbare und aussergewöhnliche Bilder machen. Der Nebel umhüllt die Bäume und stellt den meist diffusen Hintergrund auf eine natürliche Art vom Motiv frei.

#1 Fotografie des einsamen Baumes

Auch hier, hat die nebelige Szene mein Bild zu etwas besonderem gemacht. Der Hintergrund ist nicht zu erkennen, weil der dichte Nebel den dahinterstehenden Wald auf natürliche Weise verdeckt.

Bei minimalistischen Bildern wie diesem, muss auf einige Dinge geachtet werden – sonst wirkt es schnell langweilig.
Der Baum an sich macht das Bild nicht aus, er ist mein Motiv – aber das alleine reicht noch nicht. Was dieses Bild ausmacht, ist die Aufteilung und die Linienführung.

Linienführung:

Wenn ihr das Bild betrachtet, ziehen euch die Spurrinnen des Traktors über das schneebedeckte Feld (meinen Vordergrund) zu meinem Hauptmotiv (dem Baum) und dem Horizont. Auch der Horizont lässt das Auge auf den Baumstamm stoßen und die Äste emporsteigen. Meistens beachtet man solche Effekte nicht, aber gerade soetwas lässt den Betrachter auf dem Bild verweilen.

Aufteilung:

Wie bei den meisten Landschaftsbildern, habe ich hier die 2/3 Regel angewandt: 2/3 Boden <> 1/3 Himmel. Auch der Baum folgt dem goldenen Schnitt. Hier hätte ich mir auch ein horizontales Bild vorstellen können und den Baum mittig platziert, aber meistens gefällt mir diese Aufteilung besser.

Bei Bildern mit Bäumen als Motiv, lässt sich mit 2/3 Boden – 1/3 Himmel die Verbundenheit zur Erde hervorheben.

#2 Rose im Schneesturm

Fast jedes Motiv hebt sich im hellen Schnee von der Umgebung ab. Jeder Strauch und jeder Baum lassen sich durch die Schwarz-Weiß Fotografie wunderbar hervorheben.

Wenn es schneit, braucht man nur mit der Kamera vor die Tür gehen und macht auf jeden Fall stimmungsvolle Bilder.
Dieses Bild habe ich mit meinem Teleobjektiv und offener Blende gemacht. Bei einer Belichtungszeit von 1/3200 sek frieren die Schneeflocken ein und füllen das Bild mit schönen Details. Durch die offene Blende erscheinen weit entfernten Schneeflocken wie große weiße Farbkreise, die sich mit den (nahe der Schärfeebene liegenden) Flocken zu einem interessanten Hintergrund kombinieren.

In diesem Foto habe ich eine Schwarz-Weiß Umwandlung gemacht, die einzelnen Farbkanäle einzeln angepasst und das entstandene s-w Bild leicht transparent über das Original gelegt. Somit schimmert die natürliche Farbe der Pflanze etwas durch und gibt dem Bild einen kälteren Effekt.
Die Rose hat sichtlich ihre Kraft in den Stamm verlagert, die Blüten mussten für Schnee und Eis Platz machen.

Auch hier wurde auf die 2/3 Aufteilung geachtet.

#3 Hagebutte 02

Dieses Bild habe ich ganz bewusst zum Schluss hochgeladen, um zu zeigen, dass es im Winter auch warme Farben zu entdecken gibt. Die Hagebutten sind zwar nicht mehr die frischesten, aber sie halten hartnäckig gegen den Schnee und die Kälte an.
Der ebenfalls warme Hintergrund stammt von einem hölzernen Gartenzaun in dem Garten meiner Eltern.
An dem Bild gefällt mir vor allem die Reinheit der warmen Farben im Gegensatz zu der sichtlich kalten Jahreszeit.

Weitere Bilder folgen natürlich demnächst. Ich wünsche euch viel Spaß mit der Fotografie im Schnee. :)

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ÜBER DEN AUTOR

Roman

PG Hey, willkommen auf meinem Blog! Ich bin 24 Jahre alt und studiere Fahrzeug und Flugzeugtechnik an der FH München. In meiner Freizeit betreibe ich diesen Blog und gehe gerne fotografieren. Um mehr über mich und diese Seite zu erfahren, oder Kontakt mit mir aufzunehmen, habe ich die "About-Seite" eingerichtet. Viele Grüße